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Kluntjewalker

Fundstücke ·

Easter Eggs in World of Warcraft

Easter Eggs gehören seit dem Release 2004 zu World of Warcraft. Von versteckten Smileys über Popkultur-Anspielungen bis zu Entwickler-Widmungen.

· von · 4 Min Lesezeit · aktualisiert

Wenn du das erste Mal durch die Tiefenbahn von Sturmwind nach Eisenschmiede fährst, kannst du sie sehen: eine riesige Wasserfläche mit schimmernden Lichtern. Und wenn du genau hinschaust, taucht da etwas auf. Nessy. Ein Drache aus Loch Modan? Nein, das Seeungeheuer aus schottischen Legenden, das schon seit 2004 in der Tiefenbahn schwimmt.

Das ist kein Zufall. Das ist ein Easter Egg. Und es ist eines von Hunderten, die Blizzard in World of Warcraft versteckt hat.

Was ein Easter Egg ausmacht

Ein Easter Egg ist mehr als nur eine Anspielung. Es ist ein verstecktes Detail, das man erst durch genaues Hinsehen, bestimmte Aktionen oder Insiderwissen entdeckt. Es belohnt die Neugier. Es schafft ein „He, das hab ich gefunden!“-Gefühl, das in keinem Questlog auftaucht.

Blizzard hat dieses Prinzip von Anfang an verfolgt. Schon im ersten Warcraft gab es versteckte Einheiten und Cheats, in Diablo das legendäre Kuhlevel, und in StarCraft explodiert ein Kritter in einem harmlosen Atompilz, wenn man ihn oft genug anklickt. World of Warcraft führt diese Tradition fort, nur in einer Welt, die groß genug ist, um über 20 Jahre hinweg zahllose Geheimnisse aufzunehmen.

Die frühesten Easter Eggs in Classic

Bereits der Release von WoW im November 2004 war voller versteckter Details. Manche sind so gut getarnt, dass Spieler sie erst Jahre später entdeckten.

Sarah Kerrigan im Schredder

Schau dir das Cockpit eines Goblin-Schredders genau an. Auf dem Bildschirm im Inneren ist ein Gesicht zu erkennen: Sarah Kerrigan, die Königin der Klingen aus StarCraft. In einer Zeit, in der die meisten Spieler einfach nur Holz für ihre Berufsquests sammelten, lächelte ihnen eine der bekanntesten Blizzard-Figuren entgegen.

Der Schrein des gefallenen Kriegers

Im Brachland, südlich von Kreuzwege, steht ein schlichter Schrein mit der Aufschrift „M-K“. Er ist dem Blizzard-Illustrator Michel Koiter gewidmet, der während der Entwicklung von World of Warcraft verstarb. Ein Geisterheiler namens Koiter bewacht den Ort. Streng genommen ist das eine Widmung und kein verstecktes Easter Egg. Aber es zeigt, wie persönlich die Welt von Anfang an war.

Die Lochkarten von Gnomeregan

In Gnomeregan sammelst du farbige Lochkarten für einen Matrix-Stanzografen. Die Karten enthalten eingestanzte binäre Botschaften. Übersetzt man sie, steht da unter anderem:

  • „Thrall und Jaina sitzen im Baum, K-U-S-S-E-N“
  • „Wenn du das lesen kannst, stehst du zu nah“
  • „Der Gnomkönig trägt Nachtelfen-Unterwäsche“
  • „Hilfe! Ich bin in einer Lochkartenfabrik gefangen!“

Auf dem Umweg über Binärcode versteckt. Das ist typisch Blizzard.

The Lost Vikings in Uldaman

In der Instanz Uldaman im Ödland triffst du auf die drei Zwerge Olaf, Baelog und Eric „der Flinke“. Sie sind eine direkte Übernahme aus dem Blizzard-Klassiker The Lost Vikings von 1992. Dass die Itemnamen „Tsol“ und „Gni’kiv“ rückwärts gelesen „Lost“ und „Viking“ ergeben, ist ein weiteres Detail für aufmerksame Spieler.

Bambi in den Grizzlyhügeln

In der Nähe des Westfall-Brigade-Lagers in den Grizzlyhügeln laufen vier Hirsche herum: Bambina, Mutter von Bambina, Flora und Klopfer. Taucht ein Jäger auf und erlegt die Mutter, wird Bambina zu „Rachsüchtige Bambina“ und greift an. Eine vollständige Disney-Anspielung als Minidrama in der Spielwelt.

Der versteckte Mickey Mouse in Orgrimmar

Im Tal der Ehre, wo die Jägerlehrer der Horde stehen, hat ein Designer das Gelände so modelliert, dass es aus der Luft wie Mickey Mouse aussieht. Das Problem: Die Standardkamera zoomt nicht weit genug heraus, um es zu erkennen. Erst durch manuelles Erhöhen der Kameraentfernung wird das Bild sichtbar.

Smiley-Gesichter unter der Spielwelt

Unter der Instanz Karazhan schlummert ein riesiges Smiley-Gesicht, eingebrannt in den Boden. Man kann es sehen, wenn man sich an einer bestimmten Stelle ausloggt und beim Wiedereinloggen die Umgebung noch nicht geladen ist. Ein zweites Smiley findet man auf dem Webwinder-Pfad in den östlichen Königreichen, direkt in einen Baumstumpf geschnitzt.

„HELP“ und „LOL“ in der Landschaft

Nordöstlich von Donnerfels, auf einem Berggipfel, ist das Wort „HERB“ in den Boden eingelassen. Von unten betrachtet: Ein Kräuterkundler würde sich freuen. Dreht man die Perspektive, ergibt HERB rückwärts gelesen HELP. Ein stiller Hilferuf, mitten im Nirgendwo.

In der Nähe von Hammerfall in den Arathihochlanden wiederum prangt gut sichtbar ein LOL am Berghang.

Die Freiheitsstatue in Loch Modan

In Eisenbands Ausgrabungsstätte in Loch Modan steckt eine halb ausgegrabene Freiheitsstatue im Boden, eine Anspielung auf den Film Planet der Affen. In der Alpha von WoW stand sie noch am Strand von Schlingendorntal, wurde dann aber entfernt und tauchte erst mit Cataclysm an ihrem heutigen Platz wieder auf.

Warum das alles wichtig ist

Blizzards Fundstücke sind kein Zufall. Sie sind ein bewusster Teil von Blizzards Design-Philosophie. Eine Welt, die so detailverliebt gebaut ist, dass man auch nach Jahren noch Neues entdecken kann, fühlt sich nicht wie eine Kulisse an. Sie fühlt sich lebendig an.

Easter Eggs belohnen Neugier. Sie geben Spielern das Gefühl, hinter die Fassade zu blicken. Sie schaffen geteiltes Wissen, über das man in der Gilde, im Forum oder auf Reddit spricht. Und sie zeigen, dass die Entwickler selbst mit einem Augenzwinkern arbeiten.

Von Classic bis Midnight, die Tradition hat nie aufgehört. In jeder Erweiterung kamen neue versteckte Details hinzu. Auf kluntjewalker.de sammeln wir diese Fundstücke.

Quelle Wowpedia: Easter Eggs